Die Bruchhauser Steine zur Sommersonnenwende

Neue Bronzetafel am Feldstein
17. Mai 2018
Sonnenwende Pressefoto Maas
 

Gästeführung auf den Spuren fast vergessener Kulturen

Bruchhausen. Zu einer kulturhistorischen Führung zwischen Wissen und Spekulation begaben sich am längsten Tag des Jahres 2018, dem 21. Juni, 18 Teilnehmer aus dem ganzen Sauerland auf den Istenberg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Spritueller Sommer“ traten sie eine Reise in längst vergangene Zeiten an. Während die Gruppe den Schilderungen über die Rolle des Falkens in vorchristlichen Mythologien lauschte, gab sich sogar der Wanderfalke als Hausherr des Bornsteins selbst die Ehre und kreiste über der Gruppe.

An der Fundstelle eines eisenzeitlichen keltischen Hohlbuckelarmreifs am Fuße des Goldsteins erfuhren die Wanderer Bemerkenswertes über keltische Bräuche und Gewohnheiten. Besonderer Wert wurde bei dieser Führung auf das Aufzeigen der alten Wallreste gelegt, Wallführung und -aufbau wurden erklärt und mögliche Hintergründe zum Bau dieser gigantischen Anlage angesprochen.

Der Platz hoch oben vor dem Feldstein wurde als Versammlungsplatz einer prähistorischen Kultur vorgestellt, bevor die Gruppe auf 756 m Höhe die atemberaubende Aussicht vom höchstgelegenen Felsen über das ganze Sauerland genoss. Im Hintergrund bildeten Sonne und Regenfelder ein ganz besonderes Stimmungsbild.

Beim Abstieg vom Feldstein grüßte die Wandergruppe ein farbenprächtiger Regenbogen – so ein Glück. Weiter ging es zum Drachenflug-Platz mit Blick über den ganze Medebachtal samt bezauberndem Wasserschloss Bruchhausen, Gutscafé und Rosengarten. Hier erfuhren die Wanderer zur blauen Stunde manches um die alten Traditionen der Sommersonnenwende. „Genau dort wäre ein idealer Platz für ein weit sichtbares Sonnenwendfeuer in grauer Vorzeit gewesen,“ so die Wanderführerin. 

Auch den alten Heilkräutern wurde – geerntet in der Sonnenwendnacht – eine besonderes starke Kraft nachgesagt. In dieser Nacht einen Zweig Johanniskraut unter das Kissen zu legen, sollte Glück bringen und einen Traum wahr werden lassen. Schmunzelnd nahmen sich die Teilnehmer gerne ein Zweigchen vom Wegesrand mit. „Schaden kann es doch
eigentlich nicht...“.